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Manuelle Lymphdrainage

Manuelle Lymphdrainage (nach Dr. Vodder)

Lymphdrainage heisst nach dem klinischen Wörterbuch: Form der Streichmassage, um Lymphstauungen (z.B. Armöden nach Mastektomie) zu beseitigen; man streicht mit den Fingern auf der Haut in Richtung der Lymphbahnen.

Mit Hilfe der Lymphgefässe wird Wasser aus dem Gewebe abtransportiert und in die Blutgefässe zurückgebracht. Wenn das Lymphsystem in seiner Funktion gestört ist, staut sich das Körperwasser im Gewebe und es kommt zu Schwellungen (Ödemen). Das Therapiekonzept der Lymphdrainage hat zum Ziel, das gestörte Gleichgewicht zwischen der Menge von Gewebewasser und der Leistungsfähigkeit der Lymphbahnen wiederherzustellen. Gleichzeitig soll das Immunsystem angeregt werden. Die Lymphdrainage gehört, wie die Klassische Massage und die Bindegewebsmassage, zu den manuellen Therapieformen.

Entstehung und Bedeutung der Lymphdrainage

Das dänische Ehepaar Vodder lebte in den Jahren 1928-1939 in Frankreich, wo sie als Physiotherapeuten in einem eigenen Institut tätig waren.

Häufig erschienen Patienten mit Erkältungskrankheiten bei Dr. Vodder. Bei der Behandlung fiel ihm auf, dass  viele Hilfesuchende geschwollene Lymphknoten im Halsbereich aufwiesen. Er versuchte durch Manipulationen dieser gestauten Regionen auf die Krankheit einzuwirken. Mit vorsichtigen Bewegungen begann er diese Regionen zu massieren. Seine Behandlungsmethode erreichte ein rasches Abklingen der Symptome und die Patienten blieben beschwerdefrei.

Vodder sah in der Lymphe so etwas wie die heilende Lebensflüssigkeit und entwickelte deshalb die manuelle Lymphdrainage weiter.

Technik der Lymphdrainage

Durch feine Massagenbewegung wird der Abtransport von Gift- und Schlackenstoffen sowie überschüssige Gewebeflüssigkeiten und Zelltrümmern angeregt.
Dadurch wird das Immunsystem gestärkt.

Diesbezüglich stehen etliche Griffe zur Verfügung:

Stehende Kreise
Am Hals und im Bereich von Lymphknoten

Pump-Griff
Die Haut wird in ovalen Kreisen verschoben. Das Handgelenk bewegt sich dabei schanierartig.

Schöpf-Griff
Sie werden nur an den Extremitäten eingesetzt. Handgelenk und Hand des Therapeuten führen dabei einen korkenzieherartige Bewegung aus.

Dreh-Griff
Er wird an grossflächigen Körpergebieten verwendet.


Anwendung der Lymphdrainage

Die Lymphdrainage eignet sich vor allem für Beschwerden, bei denen es zu Stauungen (Ödemen) von Lymphe oder Wasser im Gewebe kommt, zum Beispiel:

- Lymphödeme
- Ödeme bei rheumatischen Erkrankungen
- Schwellungen nach Verletzungen

Ausserdem wird die Lymphdrainage bei folgenden Erkrankungen regelmässig angewandt:

- Atemwegserkrankungen mit starker Verschleimung
- Nervenschmerzen
- Bestimmte Formen der Migräne

Nebenwirkungen / Vorsichtsmaßnahmen

Bei einer sorgfältigen und vorsichtigen Anwendung der Lymphdrainage muss nicht mit Nebenwirkungen gerechnet werden. Allerdings sind die folgenden Anwendungseinschränkungen einzuhalten:

-Akute Entzündungen
-Akute allergische Reaktionen
-Herzschwäche
-Wasseransammlungen in den Beinen aufgrund einer Herzerkrankung
-Blutgerinnungsstörungen
-Zustand nach einem Blutgerinnsel in den Venen

Bei Lymphstauungen nach einer Krebsbehandlung sollte vorgängig der Arzt befragt werden. Bessern sich die Beschwerden nicht oder tritt eine Verschlechterung auf, sollte der Arzt aufgesucht werden.

 
 
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